Das Sozialversicherungssystem

Das 3-Säulen-System der Schweiz

Die Unfall­ver­si­che­rung in der Schweiz

Alle Arbeitnehmer, die in der Schweiz beschäftigt sind, sind obligatorisch unfallversichert. Grundsätzlich sind auch arbeitslose Per­sonen obligatorisch versichert. Nicht versichert sind nicht erwerbstätige Per­sonen, wie: Hausfrauen, Kinder, Studenten, Rentner. Versicherungsträger ist i. d. R. die Schweizerische Unfall­ver­si­che­rungsanstalt SUVA.

Die Beiträge übernimmt der Arbeitgeber.

Nicht–Berufsunfälle (NBUV) werden i.d.R. mitversichert, deren Beiträge gehen zu Lasten der Arbeitnehmer. Einige Arbeitgeber übernehmen diesen Anteil des Arbeitnehmers auf freiwilliger Basis. Der Arbeitgeber zieht den Anteil des Arbeitnehmers von dessen Gehalt ab. (siehe nächste Tabelle).

Die Unfall­ver­si­che­rung leistet bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und bei Berufskrankheiten. Die Leistungen der Unfall­ver­si­che­rung können sein:

a) Sachleistungen (Pflegeleistungen und Kostenvergütungen)

b) Geldleistungen (Taggeld, Invalidenrente, Integritätsentschädigung, Hilflosenentschädigung, Hinterlassenenrente)

Nicht-Berufsunfälle

Darunter fallen alle Unfälle, die nicht als Berufsunfälle gelten. Dazu zählen insbesondere Unfälle auf dem Arbeitsweg und Freizeitunfälle, wie z. B. Sportunfälle, Verkehrsunfälle oder Unfälle im Haushalt

In der folgenden Übersicht finden sie die einzelnen Sozialabgaben mit dem jeweiligen Beitragsanteil des Arbeitnehmers:

Abgabeart

Grundlage für Berechnung

Anteil Arbeitnehmer

Alters- und Hinterlassenen-Versicherung (AHV)

Monatslohn + sonstige Lohnbestandteile (z.B. Schichtzulagen, Grati- fikationen usw.)

5,3%

Personalvorsorge gem. BVG (Pensionskasse)

Versicherter Jahreslohn Beitragspflicht ab 21.330 CHF bis max. 85.320 CHF/Jahr Beitragssatz ist altersabhängig

3,50 %    25-34 Jahre

5,00 %   35-44 Jahre

7,50 %    45-54 Jahre

9,00 % 55-64/65 Jahre

Berufsunfallversicherung (z. B. SUVA)

 

nur Arbeitgeber

Nicht-berufsunfallversicherung (NBUV)

Monatslohn + sonstige Lohnbestandteile (s.o.) bis höchstens 148.200 CHF Jahreslohn

1,086 % – 3,15 %

( je nach Beruf )

Arbeitslosenversicherung (ALV)

Monatslohn + sonstige Lohnbestandteile (s.o.) bis 148.200 CHF Jahreslohn

über 148.201 CHF Jahreslohn

1,1 %

0,5 %

Lohnfortzahlung bei Krankheit in der Schweiz

In der Schweiz besteht für den Arbeitgeber keine gesetzliche Pflicht zur 6-wöchigen Lohnfortzahlung bei Krankheit, wie Sie dies von Deutschland her kennen. Vielmehr gilt folgende Regelung: Sofern nichts anderes vereinbart wurde, besteht während der ersten 3 Monate des Arbeitsverhältnisses keine Lohnfortzahlungspflicht bei Krankheit gegenüber dem Arbeitnehmer. Im Gegensatz zur 6-wöchigen Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers in Deutschland und anschließender Krankentagegeldleistung durch Ihre Krankenkasse, wird in der Schweiz durch Ihren Arbeitgeber während der so genannten beschränkten Zeit der Lohn wie folgt gezahlt:

Betriebszugehörigkeit

Dauer

Im  ersten Anstellungsjahr (ab dem 4, Anstellungsmonat)

Mindestens 3 Wochen

Im zweiten Anstellungsjahr

Mindestens 4 Wochen

Im dritten Anstellungsjahr

9 Wochen

Im vierten Anstellungsjahr

Weitere Verlängerung bis max. 31 Wochen

Neben dieser aufgezeigten gesetzlichen Lohnfortzahlungspflicht bestehen aber auch teilweise weitergehende Regelungen aufgrund eines Gesamtarbeitsvertrages oder firmeninterner Abkommen.

So ist i.d.R. der verbleibende Lohnausfall wegen Krankheit von Ihrem Arbeitgeber durch eine Krankentagegeldversicherung versichert. Hier schließt der Arbeitgeber mit einer Schweizer Kranken­ver­si­che­rung einen Vertrag im Rahmen eines speziellen Kollektivvertrages ab.

Diese Lohnfortzahlung beinhaltet dann meist 80–100 % Ihres Lohnes für bis zu 2 Jahre Ihrer Arbeitsunfähigkeit. Der Beitrag liegt dann für den Arbeitnehmer i.d.R. bei 1 % seines Bruttoeinkommens. Manchmal übernimmt auch der Arbeitgeber die Beiträge.

Sie sollten unbedingt mit Ihrem Arbeitgeber klären bzw. im Arbeitsvertrag überprüfen, ob eine solche Regelung besteht. Wenn nicht, empfehlen wir den Abschluss einer privaten Tagegeldversicherung in Deutschland, damit Sie im Krankheitsfall keine finanziellen Einbußen haben.

Die Mutterschaftsversicherung in der Schweiz

Alle angestellten und selbständig erwerbenden Frauen haben Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung, auch Frauen, die gegen einen Barlohn im Betrieb ihres Ehemannes mitarbeiten.

Der höchst versicherbare Jahreslohn für die Mutterschaftsentschädigung  beträgt im Monat 7.350 CHF (196,00  CHF/Tag).

Die Mutterschaftsentschädigung wird während 14 Wochen nach Geburt als Taggeld ausbezahlt. Sie beträgt 80  % des vor der Niederkunft erzielten durchschnittlichen Einkommens (höchstens 196,00 CHF/ Tag).

Für den Adoptionsurlaub ist derzeit durch die schweizerische Gesetzgebung keine besondere Bestimmung vorgesehen. Einige Ausnahmen machen der Kanton Genf, einige kantonale und kommunale Regelungen und gewisse Gesamtarbeitsverträge. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber oder Ihrer Gewerkschaft.

Weitere Informationen beim Bundesamt für Sozialversicherung: www.bsv.admin.ch

Die Familienzulagen in der Schweiz

Seit dem 1. Januar 2009 ist das Bundesgesetz über die Familienzulagen (FamZG) in Kraft.

Die Familienzulagen sollen die Kosten, die den Eltern durch den Unterhalt ihrer Kinder entstehen, teilweise ausgleichen. Sie umfassen Kinder- und Ausbildungszulagen sowie die von einzelnen Kantonen eingeführten Geburts- und Adoptionszulagen.Nach dem neuen Familienzulagengesetz haben alle Arbeitnehmenden, die Nichterwerbstätigen mit bescheidenem Einkommen und je nach Kanton auch die Selbständigwerbenden in allen Kantonen Anspruch auf:

  • Kinderzulage: Die Höhe der Kinderzulage ist kantonal unterschiedlich. Durchschnittlich liegt diese bei 200 Franken im Monat für jedes Kind, vom Geburtsmonat bis zum Monat, in dem das 16. Altersjahr vollendet wird. Für Kinder, die wegen eine Krankheit oder einer Behinderung erwerbsunfähig sind, wird die Kinderzulage bis zum Monat, in dem das 20. Altersjahr vollendet wird, ausgerichtet.
  • Ausbildungszulage: Die Höhe der Ausbildungszulage ist kantonal unterschiedlich. Durchschnittlich liegt diese bei 250 Franken im Monat für jedes Kind nach dem 16. Altersjahr bis zum Abschluss der Ausbildung, längstens jedoch bis zum Monat, in dem das 25. Altersjahr vollendet wird.

 

Keiner der Kantone mit höheren Beträgen hat seine Zulagen auf die neuen bundesrechtlichen Mindestleistungen herabgesetzt.Selbstständig Erwerbende haben seit 2013 auch Anspruch auf Familienzulage und die Nichterwerbstätigen mit bescheidenem Einkommen auch.Erwerbstätige haben in dem Staat Anspruch auf Zulagen, in welchem sie erwerbstätig sind und zwar auch dann, wenn die Kinder oder sie selbst in einem anderen Land wohnen (z.B. Grenzgänger oder Per­sonen mit Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen). Einer Erwerbstätigkeit gleichgestellt sind z.B. Teilzeitbeschäftigungen, IV-Tagegelder, Arbeitslosenentschädigungen und bezahlter Urlaub. Für die Landwirtschaft gilt eine Sonderregelung.

Weitere Informationen beim Bundesamt für Sozialversicherung: www.ahv-iv.ch

 

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KRANKEN-
VERSICHERUNG

Für Aufenthalter und Grenzgänger gibt es viele Optionen beim Thema Krankenversicherung. Hier finden Sie alle Möglichkeiten.

AUFENTHALTER

Aufenthalter sind Personen ohne schweizer Pass, die eine Arbeitsstelle in der Schweiz haben und in die Schweiz umziehen.